Risikohinweise
Scherbius Analytics UG (haftungsbeschränkt) ist ein Softwareunternehmen. Diese Seite beschreibt zuerst, was das Produkt ist und was es nicht ist. Danach beschreibt sie die Risiken der Kapitalanlage, für die die Software eingesetzt werden kann. Bitte lesen Sie beide Teile, bevor Sie die Software oder die Inhalte dieser Website nutzen.
Scherbius Analytics liefert Software, keine Anlageberatung. Der Handel mit Finanzinstrumenten, insbesondere mit Derivaten, ist mit erheblichen Risiken bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals verbunden. Frühere Wertentwicklungen, Backtests und Modellrechnungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Jede Anlageentscheidung trifft der Lizenznehmer in eigener Verantwortung.
Das Produkt
Die Software wird ausschließlich an Unternehmen und institutionelle Anwender lizenziert: an Gesellschaften, die eigenes Vermögen verwalten, sowie an Institute, die über die erforderliche Erlaubnis verfügen. Das Angebot richtet sich nicht an Privatanleger. Es handelt sich weder um Anlageberatung noch um eine Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung; einen auf Privatpersonen zugeschnittenen Dienst gibt es nicht.
Gegenstand des Vertrags ist die Überlassung einer Software zur quantitativen Portfolioanalyse gegen eine feste Lizenzgebühr, verbunden mit Wartung und Versionspflege. Es handelt sich nicht um Anlageberatung, nicht um Anlagevermittlung und nicht um Finanzportfolioverwaltung im Sinne des § 2 Abs. 2 WpIG. Eine Erlaubnis nach § 15 WpIG oder § 32 KWG ist dafür weder erforderlich noch erteilt. Die Nutzungsrechte liegen beim Lizenznehmer.
Die Rechenprozesse laufen in der Infrastruktur des Lizenznehmers. Jeder Lauf wird vom Lizenznehmer ausgelöst. Es existiert kein Prozess bei Scherbius Analytics, der Ergebnisse erzeugt, auswertet oder versendet. Ist Scherbius Analytics nicht erreichbar, läuft die installierte Software im Rahmen der gültigen Lizenz weiter.
Anlageuniversum, Kapitaleffizienzstufe und Hebel, Schwellenwerte, Rebalancing Regeln, Filter, Restriktionen und Ausschlusslisten werden vom Lizenznehmer gesetzt. Die Software liefert keine Vorbelegung, die als Empfehlung zu verstehen wäre. Beispielkonfigurationen dienen ausschließlich der Demonstration des Parameterformats. Die Auswahl geeigneter Werte liegt beim Anwender.
Scherbius Analytics erhält keine Konfigurationen, keine Parameter, keine Positionsdaten, keine Portfoliowerte, keine Depotstände, keine Ergebnisse und keine Laufmetadaten. Diese Daten verbleiben in der Infrastruktur des Lizenznehmers. Übertragen werden ausschließlich Lizenzgültigkeit und Versionsstand.
Eine Prüfung, ob eine Konfiguration zum Mandat, zur Risikotragfähigkeit oder zu den Anlagerichtlinien des Lizenznehmers passt, findet bei Scherbius Analytics nicht statt.
Scherbius Analytics erhebt keine Angaben zu Mandat, Anlagerichtlinien, Risikotragfähigkeit, Limitsystem oder aufsichtsrechtlichem Status des Lizenznehmers. Es findet weder eine Geeignetheitsprüfung noch eine Angemessenheitsprüfung statt. Beides sind Pflichten, die das WpHG Wertpapierdienstleistungsunternehmen im Rahmen erlaubnispflichtiger Dienstleistungen auferlegt; Scherbius Analytics erbringt keine solchen Dienstleistungen. Die Beurteilung, ob der Einsatz der Software zum eigenen Mandat passt, obliegt dem Lizenznehmer.
Die Software erzeugt, übermittelt und führt keine Orders aus. Sie enthält keine Broker Anbindung, keine Vollmacht und keinen Depotzugriff. Ausgabe ist ein Analyseergebnis in Form von Zielgewichten und Kennzahlen, kein Auftrag. Die Ausgabe entsteht aus den Parametern des Lizenznehmers auf seiner Infrastruktur; sie ist keine von Scherbius Analytics abgegebene Anlage- oder Anlagestrategieempfehlung. Jede Handelsentscheidung und jede Ausführung trifft der Lizenznehmer eigenständig.
Wartung und Versionspflege betreffen die Software: Fehlerbehebung, Datenanbindung, Rechenleistung, Funktionsumfang. Ein Update wird vom Lizenznehmer eingespielt und geprüft. Ein serverseitiger Eingriff in eine laufende Installation findet nicht statt. Jede Auslieferung trägt eine Versionskennung; Läufe sind bei identischen Parametern und identischem Datenstand nachvollziehbar.
Die Gewährleistung bezieht sich auf die Funktionsfähigkeit der Software, nicht auf ein Anlageergebnis. Eine Zusicherung von Anlageerfolg wird nicht gegeben. Die Vergütung ist eine feste Lizenzgebühr ohne Erfolgskomponente und ohne Volumenkomponente.
Risiken der Kapitalanlage
Investitionen in Finanzinstrumente sind mit erheblichen Risiken verbunden. Der Wert von Kapitalanlagen kann steigen und fallen. Eingesetztes Kapital kann teilweise oder vollständig verloren gehen.
Die Software kennt Kapitaleffizienzstufen von 1 bis 5. Stufe 1 bildet die Zielallokation mit Aktien ab. Die Stufen 2 bis 5 bilden sie mit Derivaten ab, insbesondere mit Optionsscheinen, und wirken als Hebel: Gewinne und Verluste fallen überproportional aus. Welche Stufe gerechnet wird, stellt allein der Lizenznehmer ein.
Für die Stufen 2 bis 5 gilt zusätzlich: der Totalverlust des in ein Instrument eingesetzten Kapitals ist ein realistisches Szenario, nicht ein theoretisches. Derivate tragen neben dem Marktrisiko das Ausfallrisiko des Emittenten (Bonitätsrisiko), das Risiko gestellter Preise (Spread und Preisstellung des Emittenten), Volatilitäts- und Zeitwertrisiken sowie das Risiko, dass einzelne Produkte vom Emittenten geschlossen, gekündigt oder nicht mehr angeboten werden.
Alle Performanceangaben in der technischen Dokumentation und in der Software beruhen, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, auf historischen Backtests. Backtests sind hypothetische Simulationen, keine tatsächlichen Handelsresultate. Sie unterliegen inhärenten Einschränkungen:
- Survivorship Bias: fehlen ausgeschiedene, insolvente oder delistete Instrumente im Datenbestand, überschätzt die Simulation die erzielbare Rendite.
- Look Ahead Bias: Simulationen können unbeabsichtigt Informationen verwenden, die zum historischen Zeitpunkt nicht verfügbar waren.
- Overfitting: auf historischen Daten optimierte Regeln können auf zukünftigen Daten schlechter abschneiden.
- Kosten und Liquidität: reale Handelskosten, Spreads, Slippage und Marktliquidität können von den Annahmen der Simulation abweichen.
- Regimewechsel: Marktstrukturen ändern sich. Ein Modell, das in einem Marktregime funktioniert hat, kann in einem anderen versagen.
- Rückschau: Backtests entstehen in Kenntnis der späteren Marktentwicklung und tragen kein reales Ausführungsrisiko.
Die abgebildeten Anlageuniversen bestehen aus Aktien und sind den Schwankungen der Aktienmärkte ausgesetzt. Je nach gewähltem Universum kann eine Konzentration auf einzelne Regionen oder Sektoren bestehen, insbesondere auf US amerikanische Technologiewerte. Extreme Marktereignisse können auch Strategien treffen, die historisch eine geringe Marktkorrelation gezeigt haben. Eine Unabhängigkeit von Marktbewegungen ist nicht garantiert.
In Extremsituationen können Handelshemmnisse auftreten. Geplante Transaktionen können möglicherweise nicht zum erwarteten Preis oder Zeitpunkt ausgeführt werden. Bei Derivaten kommt die Abhängigkeit von der Preisstellung des Emittenten hinzu: stellt der Emittent zeitweise keine oder nur weite Kurse, ist das Instrument in diesem Zeitraum faktisch nicht handelbar.
Die Software verarbeitet Marktdaten und Produktdaten externer Anbieter. Diese Daten können verspätet, lückenhaft oder fehlerhaft sein. Emittenten ändern Konditionen und stellen Produkte ein. Die Software weist den Verifikationsstatus verwendeter Daten aus; die Prüfung vor einer Ausführung obliegt dem Anwender.
Die steuerliche Behandlung von Erträgen aus Kapitalanlagen hängt von den steuerlichen Verhältnissen des Lizenznehmers und der eingesetzten Struktur ab und kann sich ändern. Scherbius Analytics macht keine Aussagen zur steuerlichen Behandlung und erbringt keine Steuerberatung; die Beurteilung obliegt dem Lizenznehmer und seinen steuerlichen Beratern.
Diese Risikohinweise sind Bestandteil des Lizenzvertrags. Der Lizenznehmer stellt sicher, dass die mit der Software befassten Mitarbeiter sie kennen. Für Fragen zur Software erreichen Sie uns unter kaya@scherbius.de. Fragen, welche Konfiguration zu einem Mandat passt, beantworten wir nicht; das ist die Grenze zwischen Software und Beratung.
Stand: September 2026